Grundgebühr, Lagerplatz, Pick & Pack, Material, Versand, Retouren: sechs Blöcke, aus denen sich jeder Fulfillment-Preis zusammensetzt. Mit Richtwerten, einem durchgerechneten Beispiel und der Frage, ab wann Auslagern günstiger ist als selbst packen.
„Was kostet Fulfillment?" ist die häufigste Frage – und die ehrlichste Antwort lautet: Es kommt auf deine Zahlen an. Die Kostenblöcke sind allerdings immer dieselben, und sie lassen sich rechnen. Hier zerlegen wir sie mit Richtwerten, einem durchgerechneten Beispiel und den Positionen, an denen Angebote unvergleichbar werden.
01 · Überblick
Fulfillment-Preise setzen sich aus wenigen, klar benennbaren Positionen zusammen. Wer ein Angebot prüft, sollte jede davon einzeln wiederfinden – fehlt eine, taucht sie später als Nachtrag auf.
| Position | Richtwert | Wofür sie anfällt |
|---|---|---|
| Grundgebühr | 100 € / Monat – über 150 Sendungen frei | Systemzugang, Stammdatenpflege, Ansprechpartner |
| Wareneingang | nach Aufwand | Annahme, Prüfung, Erfassung und Einlagerung der Anlieferung |
| Lagerplatz | 12 € / Palettenplatz / Monat | Nur die tatsächlich belegten Plätze – atmendes Warenlager |
| Pick & Pack | 1,80 € / Bestellung | Kommissionieren, Verpacken, Versandfertigmachen |
| Verpackungsmaterial | 0,40 – 1,20 € / Sendung | Karton, Füllmaterial, Klebeband – je nach Ware und Größe |
| Versand | Carrier-Tarif | Fällt beim Eigenversand identisch an – kein Unterscheidungsmerkmal |
| Retourenhandling | nach Aufwand | Annahme, Prüfung, Wiedereinlagerung oder Aussortieren |
Ein Detail lohnt den zweiten Blick: Die Grundgebühr von 100 € im Monat fällt nur bis zu 150 Sendungen an. Über 150 Sendungen im Monat entfällt sie vollständig. Für kleine Shops ist sie damit die Eintrittskarte, für alle anderen taucht sie in der Rechnung gar nicht erst auf – ein Shop mit 100 Bestellungen zahlt sie, einer mit 200 nicht mehr.
Richtwerte, Stand 2026. Der konkrete Preis hängt an Artikelzahl je Auftrag, Warenart, Volumen und Anlieferform – deine Konditionen stehen im Angebot.
02 · Kernposition
Pick & Pack ist die Kommissionierung und Versandfertigmachung je Bestellung. Bei den meisten Shops ist das der mit Abstand größte Block, weil er mit jeder Bestellung mitwächst – während der Lagerplatz weitgehend konstant bleibt und die Grundgebühr über 150 Sendungen ganz wegfällt.
Der Richtwert von 1,80 € je Bestellung gilt für einen typischen Auftrag mit ein bis zwei Artikeln. Nach oben treiben ihn vor allem drei Dinge: viele Positionen je Auftrag, sperrige oder empfindliche Ware und Sonderwünsche wie Beilagen, Sets oder individuelle Konfektionierung. Nach unten wirken saubere Stammdaten, eindeutige Barcodes und ein Sortiment, das sich gut greifen lässt.
Was du beim Vergleich beachten solltest: Manche Anbieter rechnen einen Grundpreis je Auftrag plus einen Zuschlag je zusätzlicher Position. Das ist nicht unfair, macht aber zwei Angebote erst dann vergleichbar, wenn du deine durchschnittliche Positionszahl kennst.
03 · Lager
Beim Lagerplatz trennen sich die Modelle. Zwei Varianten sind üblich: eine fest gebuchte Fläche zu einem Monatspreis oder die Abrechnung der tatsächlich belegten Plätze. Für den Onlinehandel mit Saisongeschäft ist der Unterschied erheblich.
Wir arbeiten nach dem Prinzip des atmenden Warenlagers: Abgerechnet wird, was belegt ist. Wer im Januar auf drei Palettenplätze schrumpft und im Oktober auf fünfzehn hochfährt, zahlt genau das ab und nicht die Spitze über das ganze Jahr. Bei fest gebuchter Fläche zahlst du dagegen zwölf Monate lang für den Platz, den du in zwei Monaten brauchst.
Der zweite Punkt ist die Bezugsgröße. Ein Preis „pro Quadratmeter" ist nicht automatisch günstiger als „pro Palettenplatz" – entscheidend ist, ob Gassen, Kommissionierzone und Packbereich mitbezahlt werden oder in der Kalkulation stecken. Frag danach, bevor du zwei Zahlen nebeneinanderlegst.
04 · Rechenbeispiel
Angenommen, dein Shop versendet 500 Bestellungen pro Monat mit durchschnittlich zwei Artikeln und belegt acht Palettenplätze. Dann sieht die monatliche Rechnung so aus:
| Position | Rechnung | Monat |
|---|---|---|
| Grundgebühr | entfällt über 150 Sendungen | 0 € |
| Lagerplatz | 8 × 12 € | 96 € |
| Pick & Pack | 500 × 1,80 € | 900 € |
| Zwischensumme Dienstleistung | 996 € | |
| Verpackungsmaterial | 500 × 0,40–1,20 € | 200–600 € |
| Versand | Carrier-Tarif | fällt so oder so an |
Die eigentliche Dienstleistung kostet in diesem Beispiel also rund 996 € im Monat oder 1,99 € je Bestellung – die Grundgebühr entfällt bei 500 Sendungen. Material und Versand lassen wir bewusst außen vor: Beide fallen beim Eigenversand genauso an und verzerren jeden Vergleich, wenn man sie mitzählt.
05 · Vergleich
Jetzt die ehrliche Gegenrechnung. Beim Eigenversand brauchst du für dieselben 500 Bestellungen etwa vier Minuten pro Auftrag – Kommissionieren, Packen, Label, Übergabe. Das sind rund 33 Stunden im Monat. Mit 20 € je Stunde gerechnet: 667 €. Dazu die Lagerfläche, sagen wir 160 € für den Bereich, den die acht Paletten samt Gasse und Packtisch belegen. Zusammen etwa 827 €.
Der Unterschied beträgt in diesem Beispiel also rund 169 € im Monat – und dafür bekommst du 33 Stunden zurück. Umgerechnet kaufst du deine eigene Arbeitszeit für gut 5 € die Stunde frei. Ob sich das lohnt, ist keine Logistikfrage, sondern die Frage, was deine Stunde im Marketing, im Einkauf oder im Kundenkontakt wert ist.
Drei Punkte verschieben die Rechnung deutlich:
06 · Angebotsprüfung
Zwei Angebote mit demselben Pick-&-Pack-Preis können am Monatsende weit auseinanderliegen. Diese Positionen entscheiden darüber:
Eine monatliche Mindestabnahme macht kleine Monate teuer. Frag nach der Höhe und danach, was passiert, wenn du sie unterschreitest.
Der Grundpreis gilt oft für einen Artikel. Rechne mit deiner echten durchschnittlichen Positionszahl nach.
Pro Palette, pro Karton oder pro Artikel? Bei vielen Kleinanlieferungen ist das ein spürbarer Block.
Bei 20 % Retouren zahlst du jede fünfte Bestellung zweimal an. Lass dir die Retourenposition getrennt ausweisen.
Lange Bindung bei knapper Marge ist das eigentliche Risiko – nicht der Stückpreis.
Einrichtung, laufende Gebühren, Aufwand bei Shopwechsel: Diese Kosten stehen selten in der Preistabelle.
Der Kostenrechner auf der Startseite stellt deinen Eigenversand und das Fulfillment mit deinen eigenen Mengen gegenüber – Bestellungen pro Monat, Artikel je Auftrag, Palettenbedarf und Retourenquote. Er liefert die Größenordnung; dein verbindliches Angebot machen wir danach anhand deines Sortiments. Wenn du willst, gehen wir es gemeinsam durch: Sag uns Bestellzahl, durchschnittliche Positionen und Anlieferform – dann steht die Rechnung in einem Telefonat.
07 · FAQ
Als Richtwert liegt Pick & Pack bei 1,80 € je Bestellung. Rechnet man den Lagerplatz anteilig hinzu, landet ein Shop mit 500 Bestellungen und acht Palettenplätzen bei rund 1,99 € je Bestellung – die Grundgebühr entfällt über 150 Sendungen, Verpackungsmaterial und Versand sind nicht enthalten, weil sie beim Eigenversand identisch anfallen.
Bis 150 Sendungen im Monat liegt sie bei 100 €. Über 150 Sendungen entfällt sie vollständig – dann zahlst du nur noch die Positionen, die tatsächlich Arbeit verursachen.
Eine harte Untergrenze setzen wir nicht. Unterhalb von 150 Sendungen im Monat kommt die Grundgebühr von 100 € dazu; darüber entfällt sie. Sinnvoll wird Fulfillment meist ab einigen hundert Bestellungen, weil erst dann genug Arbeitszeit frei wird, um den Unterschied zu rechtfertigen.
Nicht zwangsläufig. Carrier-Konditionen hängen am Volumen; bei größeren Mengen kann ein Dienstleister bessere Tarife bündeln. Der eigentliche Hebel liegt aber bei der eingesparten Arbeitszeit und bei der Kartongröße, nicht am Paketpreis.
Der Richtwert liegt bei 12 € je Palettenplatz und Monat, abgerechnet nach tatsächlicher Belegung. Wer saisonal schwankt, zahlt entsprechend schwankend – das ist der Kern des atmenden Warenlagers.
Retouren werden nach Aufwand abgerechnet: Annahme, Prüfung und je nach Zustand Wiedereinlagerung oder Aussortieren. Bei Sortimenten mit hoher Quote lohnt es sich, diese Position vorab getrennt zu kalkulieren.
Für eine belastbare Kalkulation brauchen wir Bestellungen pro Monat, durchschnittliche Artikel je Auftrag, Palettenbedarf, Anlieferform und Retourenquote. Liegen diese Angaben vor, melden wir uns in der Regel innerhalb weniger Werktage.
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